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Freie Presse – Neues Wissen aus dem Hörsaal

Freie Presse – Neues Wissen aus dem Hörsaal

Wie neues Wissen aus dem Hörsaal Firmen zugute kommt

Ob Energieversorger, Klinikum oder Hotelkette – Studenten der TU beraten Firmen mit Fachwissen und frischen Ideen. Aber was haben sie davon?

Von Sandra Häfner
erschienen am 27.07.2016

Es ist eine Idee, von der beide Seiten profitieren. Oder, wie Unternehmensberater sagen würden, eine Win-win-Situation. Die jungen Mitarbeiter der studentischen Unternehmensberatung Jungblick Consulting der TU Chemnitz vermitteln frisch Gelerntes aus dem Hörsaal an Firmen und sammeln so Praxiserfahrung. Die Unternehmen profitieren wiederum vom Know-how der Universität – das Konzept entstand in den 1960er-Jahren in Frankreich. “Unsere Kenntnisse kommen frisch aus der Wissenschaft”, sagt Alexander Krauß. Er hat den Verein Jungblick 2011 mitgegründet.

Seitdem wurden 22 Beratungsprojekte mit Firmen in Chemnitz und Sachsen, aber auch in Niedersachsen und London abgeschlossen. Ob die Analyse zur Breitbandversorgung, die Optimierung des Online-Marketings oder das Konzept zur Mitarbeiter-Motivation – die Jung-Berater aus 15 Studiengängen, darunter Betriebswirtschaft, Psychologie und Informatik, beschäftigen sich mit vielen Themen. Ebenso vielfältig sind die Branchen, aus denen die Auftraggeber kommen, darunter Energiedienstleister, Firmengründer, eine Hotelkette und ein Museum. So unterschiedlich Aufträge und Firmen auch sind, die Vorgehensweise der studentischen Unternehmensberater ist immer die gleiche. Am Anfang stehen eine Analyse des Ist-Zustandes und eine Befragung, etwa von Mitarbeitern oder Kunden.

So lief es auch im Falle eines Energieversorgers. Für ihn sollten die jungen Leute herausfinden, ob es sich lohnt, im Umland von Chemnitz schnelles Internet anzubieten. “Wir befragten Kunden und potenzielle Kunden in dem Gebiet, ob sie schnellere Internetverbindungen wollen. Das Ergebnis zeigte, dass der Bedarf da ist und sich die Investition lohnen würde”, so Laura Winkler. Die 24-Jährige kam vor rund einem Jahr zu Jungblick und leitet mittlerweile das Ressort PR. Für diese Beratung riefen die Mitglieder des dafür zusammengestellten Teams, darunter angehende Controller, Psychologen und Wirtschaftsinformatiker, unter anderem 50 Neukunden an und befragten 300 weitere per E-Mail. Derzeit arbeite die Firma an der Umsetzung der Investition.

Mit der Motivation und Gewinnung von Mitarbeitern beschäftigten sich die Studenten im Auftrag eines großen Klinikums in Niedersachsen. “Es ging darum, wie neue Mitarbeiter gefunden und wie sie an das Unternehmen gebunden werden”, erzählt Alexander Krauß. Innerhalb des Krankenhauses gab es große Unterschiede. Während in einigen Kliniken Mitarbeiter fehlten, arbeitete in anderen genügend Personal. Zunächst wurden die Mitarbeiter zu ihrer Situation befragt, um eine Analyse zu erstellen, blickt Krauß zurück. Anschließend befragte das Team die Beschäftigten der Bereiche, in denen es keine Probleme gab. Kernaufgabe war es, den Prozess der Personalgewinnung zu verbessern, so Laura Winkler.

Sie persönlich habe die Arbeit bei Jungblick weitergebracht, sagt die 24-Jährige, die im zweiten Semester des Master-Studienganges Medien- und Instruktionspsychologie eingeschrieben ist. Die Studierenden lernen, ihre Arbeit bei Jungblick in das Studium zu integrieren, die Beratung läuft ganzjährig. “Es ist wie ein Nebenjob”, sagt Laura Winkler. “Man lernt, sich in ein Team zu integrieren, aber auch, eines zu führen und mit Kunden umzugehen. Und ich habe gelernt, mich zu präsentieren, ein Projekt darzustellen.”

Natürlich zahlen die Unternehmen für die Arbeit der Studenten, erklärt Wirtschaftsinformatiker Krauß. “Aber wir sind um einiges günstiger als normale Unternehmensberatungen.” Zum fünfjährigen Bestehen bieten die Jungblick-Mitarbeiter einer Firma die Möglichkeit, zehn Beratertage mit je acht Stunden im Wert von 3000 Euro zu gewinnen. “Die Firmen können sich bis 3. August bei uns bewerben”, sagt Projektleiterin Judith Eckert. www.jungblick.de/pro-bono-projekt

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